»Die heilige Einfalt«

Clara Viebig

 

 

 

»Die Wacht am Rhein«

Clara Viebig

 

 


»Ernst Viebig – Die unvollendete Symphonie meines Lebens«
Christel Aretz und Peter Kämmereit (Hrsg.)


 


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Christel Aretz und Ina Braun (Hrsg.),
ISBN: 978-3-88309-739-8


 


»Die goldenen Berge« als Taschenbuch
Informationen und Bestellmöglichkeit finden Sie hier!


Christel Aretz und Peter Kämmereit
Clara Viebig - Ein langes Leben für die Literatur

Henriette Herwig und Anke Susanne Hoffmann
Clara Viebig: Vor Tau und Tag und andere Novellen (1897 - 1914)

Helen Chambers
Humor and Irony in Nineteenth-Century German Women's Writing

Anke Susanne Hoffmann

Von den Rändern her gelesen...

Carola Stern
Kommen Sie, Cohn!


Charlotte Marlo Werner

Schreibendes Leben – Die Dichterin Clara Viebig


aretz kDie Schriftstellerin Clara Viebig zu ihrem 150. Geburtstag wiederentdecken!
Die Dokumentation »Clara Viebig – Ein langes Leben für die Literatur« 

im RHEIN-MOSEL-VERLAG
ISBN: 978-3-89801-331-4. 184 S. Hardcover., 19,80€
Hrsg. von Christel Aretz und Peter Kämmereit.



Das Rheinland erinnerte sich 2010 mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen des 150. Geburtstags der Schriftstellerin Clara Viebig (1860-1952): Lesungen in Koblenz; aus Anlass des jahrgleichen Geburtstags der Kölner Trinitatiskirche ein Vortrag und eine Lesung in dieser Kirche; eine Festveranstaltung sowie eine Ausstellung zur Dichterin im Clara Viebig Zentrum in Eisenschmitt, dem Weiberdorf des gleichnamigen Romans aus Viebigs Feder, der einen Skandal auslöste und ihre überregionale Bekanntheit bewirkte; ein Vortrag in Bad Bertrich über ihre Berlin-Romane. Und in Kobern-Gondorf sowie an anderen Spielstätten das biografische Stück »Alles kam auf mich zu« über das Leben der deutschen Bestseller-Autorin des beginnenden 20. Jahrhunderts von Angelika Dormeyer.


Den nachhaltigen Schlusspunkt zum 150. Geburtstag setzen nun wohl mit ihrer 184-seitigen Dokumentation »Clara Viebig – Ein langes Leben für die Literatur« die beiden Herausgeber, die Präsidentin der Clara Viebig Gesellschaft Christel Aretz mit Beständen aus dem Archiv der literarischen Gesellschaft und Peter Kämmereit aus eigener Forschung und Sammlertätigkeit. Bereits die grafische Gestaltung und optische Entsprechung des Buches mit dem Buchtitel weist auf die Schwerpunkte hin, die die beiden Herausgeber mit der Dokumentation setzen: Zum einen 92 Jahre des Lebens der Schriftstellerin von 1860 bis 1952 zu beleuchten, in dem sich »wie in einem Kaleidoskop eine ganze Epoche deutscher Geschichte bündelt«, so Peter Kämmereit in »Ein langes Leben für die Literatur«. Zum anderen wollen die Herausgeber auf Viebigs umfangreiches Werk aufmerksam machen. Sie tun dies anhand von Beiträgen von vier Professoren sowie von Beiträgen anderer Autoren in der Erwartung, dass Clara Viebig nicht nur als die Eifeldichterin einen Namen hat sowie dort weiterhin eine treue Leserschaft, sondern dass auch ihr weitaus größeres Œuvre, vornehmlich ihre Berliner Romane, wieder Beachtung finden und neu aufgelegt werden. Clara Viebig kommt in der Dokumentation anhand früherer Aufsätze zu ihrem Leben und ihrem Werk weitgehend selbst zu Wort, z.B. mit »Aus meinem Leben« oder »Wie ich Schriftstellerin wurde«, aber auch mit Zitaten aus Briefen und anderen Dokumenten. Gleich am Anfang des Buches findet sich ein Dokument in Faksimile aus ihren letzten Lebensjahren, in dem Viebig Bilanz ihres langen Lebens zieht. Das Dokument war Impulsgeber für den Titel des Buches.


Ein seltener literarischer Fund erwartet den Leser mit der erstmaligen Veröffentlichung von Viebigs handschriftlicher Reinschrift und Transkription ihrer Novelle »Die Mutter«, die sie 1899, noch ganz zu Beginn ihrer schriftstellerischen Tätigkeit verfasste. Die Handlung bringt uns in das nach dem Wiener Kongress 1815 zwischen Preußen und Russland aufgeteilte Herzogtum Warschau und schildert das Schicksal einer jungen polnischen Frau, die im russischen Teil Polens zur Arbeit angeworben wurde und auf ein deutsches Gut in der Provinz Posen, dem preußischen Teil Polens, gebracht wird. Sie scheitert, weil sie die polnische Sprache nicht lesen kann und findet ein trauriges Ende. Aktueller kann der Bezug zur heutigen Situation von Ausländern in Deutschland kaum sein. Diese Novelle bildet in der Dokumentation den Auftakt zu Viebigs, wie sie einmal selbst schrieb, vier literarischen »Heimaten«, hier das Posener Land, wo sie in jungen Jahren auf den Gütern ihrer Verwandten mehrere Sommer verbrachte. Mit ihren weiteren literarischen Heimaten Düsseldorf, Berlin und die Eifel ergibt sich der rote Faden für die Dokumentation.


»West und Ost« ist daher nicht nur der Titel einer Novellensammlung von Clara Viebig, er kennzeichnet auch die Fixpunkte ihres Werkes. So führt uns die Schriftstellerin mit »Eine Kindheit im alten Düsseldorf« in die Stadt ihrer frühen Jugend, nachdem ihr Vater als stellvertretender Regierungspräsident an die Regierung nach Düsseldorf versetzt worden war.


In Berlin, wohin sie nach dem Tod des Vaters mit ihrer Mutter gezogen war, schrieb sie vor der Jahrhundertwende zunächst für Zeitschriften und Feuilletons der Tagespresse kleine Beiträge und fand durch Heirat mit dem Verleger Friedrich Theodor Cohn den Herausgeber ihrer Romane. Jetzt konnte sie schreiben ohne Rücksicht auf Konventionen, was zu beidseitigem Vorteil gereichte, denn ihre Werke erzielten hohe Auflagen. Vor allem einer ihrer vielen Berlin-Romane, »Das tägliche Brot«, dessen Bucheinband Heinrich Zille illustrierte, war lange Zeit ein Bestseller. Von 1883 bis zu ihrem Tode 1952 wohnte sie in Berlin. Als Schriftstellerin war also Berlin ihre Heimat, »Die Braut, mit der ich verheiratet bin«, wie sie einst schrieb. Hier wurde sie zur Schriftstellerin. Der von ihr geschilderte Werdegang zur erfolgreichen Autorin stellt also für diesen Teilabschnitt der Dokumentation das Herzstück dar. Aber die Hauptstadt Berlin lässt Viebig, worauf das Buch hinweist, links liegen. Es wurde keine Straße nach ihr benannt und kein Verleger nimmt sich bisher ihrer Berlin-Romane an, die gut recherchierte kulturhistorische Dokumente über Berlin darstellen.


Das beglückendste und geliebteste Stück Heimat war nach Viebigs eigenen Worten die Eifel. Das wird sie aber 1900 nicht so empfunden haben, als im Feuilleton der Frankfurter Zeitung – im Buch dokumentiert – der Roman »Das Weiberdorf« einen Skandal auslöste. Die Bewohner der Eifel, die Viebig in diesem wie in späteren Eifelwerken in ihrem armen und abgelegenen Umfeld porträtierte, und die Katholische Kirche, die sich geschmäht sah und diese unmoralischen Machwerke verurteilte, haben ihr lange gegrollt. Es ist ein Gewinn für die Dokumentation, unter diesem Abschnitt in Auszügen Hajo Knebels Artikel »Verfemt und vergessen« lesen zu können, beschreibt er doch ein Kapitel nicht erwiderter Liebe Viebigs für diese Region. Und damals wie heute mutet der 1927 veröffentlichte Artikel von Clara Viebig, »Eifelbilder«, wie eine Werbung für dieses Stück der Rheinlande an. Es ist also kein Zufall, dass die in Bad Bertrich ansässige Clara Viebig Gesellschaft als auch das Clara Viebig Zentrum in Eisenschmitt, das Sophie Lange als die Autorin des »Weiberdorf 2000« vorstellt, sich als Sachwalter für Viebigs Werk engagieren. Zu beiden Institutionen gibt das Buch Auskunft.


Ein zweiter Teil der umfangreichen Dokumentation nimmt nicht primär die Schriftstellerin, sondern mehr ihr Leben und ihre Lebensumstände in den Fokus. Was dieser Teil an wenig oder gar nicht bekannten Fakten zu bieten hat, ist von hohem Interesse und historischem Wert. Es ist vor allem das Leid, dass die Familie erfahren hat, weil Viebigs Ehemann Jude und folglich ihr einziger Sohn Ernst Halbjude war. Hier klärt das Buch den Leser in »Eine Namenssache: Cohn oder Viebig« von Peter Kämmereit darüber auf, dass ihr Mädchenname Viebig bis 1939 lediglich ihr Künstlername und sie eigentlich eine verheiratete Cohn war. In Meyers Lexikon der Jahre bis 1906 sucht man die Autorin unter »V« auch vergeblich. Cohn, der Name in deutschen Landen schon seit Kaiserszeiten ein Stigma, den galt es für den Sohn Ernst zu tilgen, um ihm ein Fortkommen zu sichern. Doch die Nationalsozialisten erzwangen seine Auswanderung und besiegelten damit endgültig die so hoffnungsvoll begonnene Karriere als Komponist. Es gehört zu den ergreifendsten Passagen dieses Buches, wenn der Sohn Ernst in seinen bisher unveröffentlichten Erinnerungen seinen Abschied aus Deutschland beschreibt, nicht wissend, dass er niemals wieder als Komponist wird Fuß fassen können. Die »Memoiren« von Ernst Viebig und der bis zum Zeitpunkt des Verlassens von Deutschland wiedergegebene Auszug aus dem in Brasilien erschienenen Buch »de imigrante« von der noch lebenden Enkeltochter Viebigs, Susanne Bial, ergänzen sich in den Schilderungen des Berliner Lebens der Viebigs in hervorragender Weise.


Hatte die Viebig von den Nazis Schreibverbot erhalten? Wurden auch ihre Werke verbrannt? Oder hatte sie sich dem Nazi-Regime angedient? Welche Rolle spielte Göring, ein Verwandter der Viebig, zur Nazizeit? Diesen Fragen, oftmals falsch oder unvollständig beantwortet, geht Mitherausgeber Kämmereit in seinem Artikel »Eine Namenssache: Cohn oder Viebig« auch nach und beantwortet sie kurz und bündig mit: sie hatte geschwiegen! Wie anders sollte sie sich auch, die ihr ganzes Leben unpolitische , von der Gestapo beobachtete und auf ein geringes Einkommen angewiesene Witwe eines Juden in der Nazizeit verhalten haben? Anfeindungen ausgesetzt und mit der Löschung ihres Straßennamens in ihrem Düsseldorf konfrontiert?


Schon eher bekannt ist ihre Flucht vor dem Bombenhagel in das schlesische Mittelwalde, ihre Vertreibung von dort und die Rückkehr in die beschädigte und belegte Villa in Berlin-Zehlendorf. Die stets Unpolitische gerät nach Ende des Krieges dann aber doch noch unfreiwillig als fast 88-jährige in die politische Auseinandersetzung zwischen Ost und West während des Kalten Krieges durch ihr Eintreten für die Einheit Deutschlands! Auch darüber berichtet das Buch.


Insgesamt haben wir mit dieser reich bebilderten Dokumentation »Clara Viebig – Ein langes Leben für die Literatur« ohne Übertreibung zu sagen nicht nur ein sehr lesenswertes Zeit- und Literaturpanorama über diese Schriftstellerin  vor uns, sondern für den Leser und an Clara Viebig Interessierten auch ein Standardwerk für ihr Wiederentdecken. Denn das Geheimnis ihres Werkes liegt in seiner zeitlosen Aktualität und Lesbarkeit.


Peter Kämmereit, 01.10.2010



Stimmen zu dem Buch: Clara Viebig – Ein langes Leben für die Literatur


Das Buch ist wunderschön – so informativ wie repräsentativ, so eindrucksvoll wie appetitanregend; überreiches Bildmaterial und viel Neues aus den vielfältigen Aufsätzen, etwa dem zur Namensänderung.
- Prof. Dr. Volker Neuhaus


Die Dokumentation ist großartig - in einem Band ist jetzt das
Material gesammelt, welches bisher sehr zerstreut lag. Die Qualität des
Drucks ist hervorragend. Ich gratuliere zu diesem Werk!
- Prof. Dr. Maria Wojtczak, Uni Posznan


Ein wunderschöner Band. Er liest sich spannend, man erfährt doch viel Neues und der Bildteil ist überwältigend. Es wird wohl ein Longseller werden.
- Prof. Dr. Dr. Helga Abret, Nancy


Ein schönes Werk. Es ist sehr wertvoll für mich, weil ich dem Band viele Informationen entnehmen kann, die ich bis jetzt noch nicht besaß. Es ist ein sehr schönes Gefühl, Clara Viebig mit ihrer eigenen und originären Handschrift zu erleben.
- Prof. Dr. Hermann Gelhaus


Ein hübscher, sehr gelungener Band, der nicht zuletzt durch seine opulente Bebilderung besticht. Schön auch, dass Manuskript von "Die Mutter" einmal vor Augen zu haben.
- Dr. Hans-Ulrich Seifert, Uni Trier


Ich gratuliere zu dem gelungenen Werk, das ein breites Spektrum zu der Eifeldichterin aufrollt. Auch die vielen seltenen Fotos erfreuen.
Sophie Lange


Wie informativ und interessant alle Artikel sind. Auch die Ausgewogenheit der Dokumentation, gerade hinsichtlich Clara Viebigs Berliner Jahre und auch der Posener Zeit, ist sehr erfreulich. Die Dokumentation bringt sehr viel Neues, vor allem auch das "Familienalbum" und die Erinnerungen ihres Sohnes und der Enkeltochter. Auch das Äußere gefällt, Umschlag, Ausstattung, Papier.
- Irene Fritsch


Gestern kam die schöne Dokumentation zum 150. Geburtstag Clara Viebigs an. Es ist ein sehr schönes Dokument, ich bin gerührt. Wie schön, dass ich mit meinen Erinnerungen auch noch darin bin und das noch erleben kann.
Die »Memoiren« meines Vaters! Ein Erlebnis, dass ich das abgedruckt sah. Plötzlich stand meine Kindheit, meine Jugend, meine Heimat vor mir! Ich hoffe, dass es auch noch die junge Generation mitfühlen lässt, wie Deutschland einst war.
- Susanne Bial, Brasilien, Enkelin von Clara Viebig


Plädoyer für deutsche Dienstmädchen und ihre Rechte


Zuletzt hat sich Carola Stern der einstmals vielgelesenen »Volksschriftstellerin« angenommen. Jetzt erscheint diese liebevoll aufbereitete »Dokumentation zum 150. Geburtstag« und tut alles, um für eine Autorin zu werben, die im Grunde zu ihrer Zeit die deutsche Antwort auf Zola formulierte.


- Berliner Morgenpost, 12.11.2010





Charlotte Marlo Werner:

Schreibendes Leben – Die Dichterin Clara Viebig

werner»Im April 2006 ging ich durch einige Straßen Berlins, in denen eine Dichterin gewohnt hatte, die heute leider nahezu vergessen ist. Mein eigentliches Ziel war aber die Königstraße 3 in Zehlendorf, in der noch heute ihre schöne Villa steht …«
Clara Viebig (1860 – 1952) repräsentiert ein charakteristisches Kapitel deutscher Literaturgeschichte. Eindringlich und packend gestaltet die um 1900 meistgelesene deutsche Schriftstellerin Massenszenen und Schicksale wie keine andere. Bereits 1897 formulierte die Dichterin die Gedanken der noch jungen Frauenbewegung und wurde unbewusst zu einer ihrer Vorkämpferinnen.
Zu ihrem 100. Geburtstag wurde Viebig von der Presse gewürdigt »als eine mutige Wegbereiterin und Weckerin eines neuen Sozialgewissens«, welche die soziale Wirklichkeit hinter den goldbronzierten Fassaden ihres Zeitalters entdeckt habe. Das Opus der Schriftstellerin ist ebenso vielfältig wie ihre Landschaften und Orte, und ihre deftige und präzise Sprache erinnert an den Stil eines zeitgenössischen Günter Grass.
Mit diesem Buch gewährt Charlotte Marlo Werner Einblick in Viebigs schreibendes Leben – zur Unterhaltung und als historisches Dokument.
Charlotte Marlo Werner studierte Germanistik, Philosophie und Soziologie an der Universität Düsseldorf und war dort im Frauenkulturarchiv tätig. Die Autorin zeichnet bereits für zahlreiche Publikationen verantwortlich, u. a. über Goethes Herzogin Anna Amalia, Anette Kolb und Friedrich Schiller. In ihrem neuen Werk widmet sie sich der lange vergessen geglaubten Dichterin Clara Viebig.
Bibliographie:
Charlotte Marlo Werner: Schreibendes Leben – Die Dichterin Clara Viebig
MEDU Verlag, Dreieich
Softcover, 320 Seiten, 16,95 €/ 31.30 CHF
ISBN: 978-3-938926-77-2
Pressekontakt: 
Elvira Milinkovic, MEDU Verlag, Schloss Philippseich, 63303 Dreieich





Henriette Herwig und Anke Susanne Hoffmann

Clara Viebig: Vor Tau und Tag und andere Novellen (1897 - 1914)

hhashClara Viebig: Vor Tau und Tag und andere Novellen (1897 - 1914). Hrsg. von Henriette Herwig und Anke Susanne Hoffmann.
Mit Anmerkungen, einem Nachwort und einer Zeittafel von Anke Susanne Hoffmann.

Turmhut-Verlag GbR, Mellrichstadt, 2008
(edition GENDER - Historische Literatur von Frauen / Band 5).

ISBN 978-396084-66-5.








 
Inhalt:
Novellen Genesung S. 9
Die Schuldige S. 21
Vor Tau und Tag S. 91
Der Lebensbaum S. 137
Mutter Clara S. 185
Erläuterungen zum Text S. 214
Nachwort S. 234
Zeittafel S. 271
Bildteil S. 279
Literatur S. 286
Werke in zeitlicher Abfolge S. 286
Literatur zu Clara Viebig S. 293
Weiterführende Literatur S. 279
Nachschlagewerke S. 300
BildnachweiseS. 303


  • - Die Schuldige wurde entnommen und zitiert aus: Kinder der Eifel. Novellen, Berlin: F. Fontane & Co. 1897.
    - Genesung wurde entnommen und zitiert aus: Die Rosenkranzjungfer und anderes. Novellen, Berlin: F. Fontane & Co. 1901.
    - Der Lebensbaum wurde entnommen und zitiert aus: Naturgewalten. Neue Geschichten aus der Eifel, Stuttgart / Berlin / Leipzig: Deutsche Verlagsanstalt 11. Ausgabe, 1906.
    - Mutter Clara wurde entnommen und zitiert aus: Heimat. Novellen, Berlin: E. Fleischel & Co. 1914.
    - Vor Tau und Tag wurde entnommen und zitiert aus: Vor Tau und Tag. Novellen, Berlin: F. Fontane & Co. 1898.



 
 
Helen Chambers

Humor and Irony in Nineteenth-Century German Women's Writing
Studies in Prose Fiction, 1840-1900

humor ironyDETAILS

256 pages
Size: 9 x 6 in
10 digit ISBN: 1571133046
13 digit ISBN: 9781571133045
Binding: Hardback
Publication date: 01/Jun/2007
Price: 75.00 USD / 45.00 GBP
Imprint: Camden House
Series: Studies in German Literature Linguistics and Culture

BIC class: AVH


Nineteenth-century German literature is seldom seen as rich in humor and irony, and women's writing from that period is perhaps even less likely to be seen as possessing those qualities. Yet since comedy is bound to societal norms, and humor and irony are recognized weapons of the weak against authority, what this innovative study reveals should not be surprising: women writers found much to laugh at in a bourgeois age when social constraints, particularly on women, were tight. Helen Chambers analyzes prose fiction by leading female writers of the day who prominently employ humor and irony. Arguing that humor and irony involve cognitive and rational processes, she highlights the inadequacy of binary theories of gender that classify the female as emotional and the male as rational. Chambers focuses on nine women writers: Annette von Droste-Hülshoff, Ida Hahn-Hahn, Ottilie Wildermuth, Helene Böhlau, Marie von Ebner-Eschenbach, Ada Christen, Clara Viebig, Isolde Kurz, and Ricarda Huch. She uncovers a rich seam of unsuspected or forgotten variety, identifies fresh avenues of approach, and suggests a range of works that merit a place on university reading lists and attention in scholarly studies.

Helen Chambers is Professor of German at the University of St Andrews, Scotland, UK.
 
Contents

Introduction

1 Annette von Droste-Hülshoff and Ida Hahn-Hahn: Overcoming Seriousness?
2 Ottilie Wildermuth and Helene Böhlau: Harmless Humor or Subtle Psychology?
3 Marie von Ebner-Eschenbach: Satire, Physical Comedy, Irony, and Deeper Meaning
4 Ada Christen and Clara Viebig: Laughter and Pain in the World of Work
5 Isolde Kurz and Ricarda Huch: The Humor of Skeptical Idealism
6 Conclusion
7 Works Cited
8 Index



 
Anke Susanne Hoffmann

Von den Rändern her gelesen
Zur Funktionalität der Dimension Natur im novellistischen Œvre Clara Viebigs

Trierer Studien zur Literatur, Bd. 47 (zugl. Diss. Trier 2006)

Peter Lang - Europäischer Verlag der Wissenschaften
Frankfurt a.M. 2007
ISBN 3-631-55868-6
303 Seiten, 51,50 EUR

Diese Studie analysiert ausgehend von der Funktionalität der Dimension »Natur« zum einen die Dramaturgie der Viebig'schen Novellen und zeigt zum anderen die zentralen diskursiven Felder auf, die Viebig zum literarischen Interdiskurs ausarbeitet. Hierbei wird deutlich, dass in Viebigs Werk nicht ein eindimensionales, sondern ein ambivalentes Weltbild, in das eine Vielzahl literarischer wie ideologischer Strömungen einfließen, transportiert wird. ,Natur'' entfaltet im Novellenkonzept Viebigs einen textkonstitutiven Mehrwert, ohne den weder die Textdramaturgie noch die narrative Ebene bestehen können. »Natur« ist demnach das entscheidende Kriterium in Clara Viebigs Novellenwerk und muss über die Grenzen der literaturgeschichtlichen Kategorien Naturalismus und Heimatkunst hinaus betrachtet werden.
 

Aus dem Inhalt:


Die Leistung der Dimension »Natur« für die Novellendramaturgie / Natur als unabhängige, beliebige und erhabene Größe – die Naturgewalt als Allmacht / »Die Sonne sehen« – das Verlangen nach Glück und selbstbestimmter Lebensführung / Lebenskrisen als Auslöser von Fluchtbewegungen – die Dimension »Natur« als Refugium / »Heimat« – Facetten eines ambivalenten Wertes zwischen spatialer Fixierung, Weiblichkeit und Fremdwahrnehmung


Diese Arbeit wurde betreut von Prof. Georg Guntermann an der Universität Trier.



 

Carola Stern

Kommen Sie, Cohn!
Friedr
ich Cohn und Clara Viebig stern cohnKiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2006
ISBN 3462037242,
Gebunden, 167 Seiten, 16,90 EUR



 
 
 
 
 
 
 
 
 


Klappentext

Ein Buch über die Schriftstellerin Clara Viebig und den Verleger Friedrich Theodor Cohn. Carola Stern erzählt in ihrem letzten Buch die Geschichte einer jüdisch-christlichen Familie zur Zeit der Jahrhundertwende, als die von Fontane beschriebene Welt des preußischen Adels unterging und Berlin zu einer Metropole der wirtschaftlichen und kulturellen Moderne wurde. Ein neues Wort kam damals auf, das Geschichte machen sollte: Antisemitismus. Zu Hause beim alten Fontane hat alles begonnen: Die angehende Autorin Clara Viebig erbittet sich Rat von dem großen Berliner Schriftsteller. Und der reicht ihre Manuskripte weiter an den Verlag seines Sohnes. Teilhaber dieses Verlages ist Friedrich Theodor Cohn, weit gereister Sohn einer gebildeten jüdisch-bürgerlichen Familie. In »Fritz« findet Clara einen verständnisvollen Zuhörer, der an ihrer literarischen Arbeit interessiert ist. Mit seiner Hilfe wird die Chronistin der kleinen Leute, die »deutsche Zola«, eine Bestsellerautorin. 1896 heiraten die beiden – eine jüdisch-christliche Ehe ist zu dieser Zeit keine Selbstverständlichkeit. Ihre Familien sind von der Verbindung nicht begeistert. Bei Claras Mutter muss Fontane vermitteln: Cohn gehöre doch zu den »feinen Juden«, nicht zu den Ostjuden, die der Berliner Historiker Heinrich Treitschke als »unser Unglück« bezeichnet hat. Carola Stern erzählt von Fritz und Clara, von den politischen und amourösen Affären ihres Sohnes Ernst, der komponiert und dirigiert und später emigriert, von dem Freundeskreis, zu dem Rudolf Steiner gehört, und von »Min«, dem politisch couragierten Schriftsteller Armin T. Wegner, der 1933 einen berühmten Brief an Hitler schreibt.


Rezensionen – Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20.11.2006

Rezensentin Maria Frise sieht in Carola Sterns Biografie über Friedrich Cohn und Clara Viebig zugleich ein Porträt der Zeit um die Jahrhundertwende. Dass dabei manches skizzenhaft bleibt, erklärt sie damit, dass die inzwischen verstorbene Stern ihr letztes Buch nicht mehr selbst beenden konnte. Dennoch attestiert sie Sterns Freundin, Verlegerin und langjähriger Lektorin Ingke Brodersen, bei der Vollendung des Buchs nach Plänen der Autorin gute Arbeit geleistet zu haben. Sie unterstreicht die Assimilationsbemühungen des jüdischen Verlegers Friedrich Cohn, der zum Protestantismus konvertierte, als er Clara Viebig, die er im Haus Theodor Fontanes kennen gelernt hatte, heiratete. Zum Bedauern Frises erfährt man über Viebigs Werk, die mit ihren in Cohns Verlag erschienen Büchern zu einer der erfolgreichsten Autorinnen der Zeit wurde, recht wenig. Deutlich wird für sie dafür der zunehmende Antisemitismus, dem Cohn und Viebig mit Resignation begegneten.


Rezensionen – Die Zeit vom 28.09.2006

Bemerkenswert findet Rezensent Dorion Weickmann diese Doppelbiografie über die Schriftstellerin Clara Viebig und den Verleger Friedrich Theodor Cohn. Wie er hervor hebt, erzählt die inzwischen verstorbene Autorin Carola Stern die Geschichte des aus einer gebildeten jüdisch-bürgerlichen Familie stammenden Cohn und seiner protestantischen Gattin Clara Viebig vor dem Hintergrund des Ende des 19. Jahrhunderts aufkeimenden Antisemitismus. Eindringlich erscheint der wilhelminischen Antisemitismus für Weickmann dabei als »Präludium der nationalsozialistischen Barbarei«. Er attestiert Stern Begabung für »szenische Arrangements« sowie »Freude am Fabulieren«. Beeindruckt hat ihn besonders ihr Sinn für die Würde des einzelnen Menschen, der auch in vorliegendem Werk immer deutlich zu spüren ist.


Rezensionen – Süddeutsche Zeitung vom 13.09.2006 

Das letzte Buch der inzwischen verstorbenen Carola Stern ist für Jürgen Busche möglicherweise das »schönste«, mit Sicherheit aber ihr »bestes«, wie er beteuert. Es handelt von Friedrich Cohn, einem erfolgreichen Verleger, und seiner als Schriftstellerin beachteten Ehefrau Clara Viebig, einen erhellenden Einblick in deutsch-jüdisches Leben im 20. Jahrhundert bekommt man zudem ganz nebenbei. Am meisten hat Busche offensichtlich die große Zurückhaltung der Autorin beeindruckt, die ihr Thema nicht auswalzt und wie im Vorbeigehen auch einige Zeitgenossen des Ehepaars porträtiert.


Rezensionen – Aus dem Antiquariat vom 7. 12. 2007

Jan-Pieter Barbian: Friedrich Cohn und Clara Viebig, in: Aus dem Antiquariat NF 5 (2007), Nr. 6, S. 449-450.